Exzentrisch Drechseln, oder: Brennholz im Sommer verwerten.

Wer im Sommer Brennholz für den Winter vorbereit will vielleicht so wie ich nicht noch Monate warten bis sich die Arbeit endlich auszahlt, also ran an den Brennholzstapel und ein schönes Stück Eiche rausgesucht (Die schönen Stücke sind natürlich immer ganz unten im Stapel). Dazu noch etwas
Apfel in Brettform aus dem Holzlager und der Spaß kann beginnen.

Als erstes bearbeiten wir das Brennholzstück mit Axt und Stechbeitel solange bis uns die Form zusagt, die spätere
Oberseite sollte eine relativ ebene Fläche mit genug Platz für unsere gedrechselten Vertiefungen bieten. Ansonsten
darf der Fantasie freier lauf gelassen werden. Ich habe mir ein Stück ohne Rinde oder Splintholz gesucht weil
ich die Eiche im späteren verlauf mit Sumpfkalk färben wollte, aber dazu später mehr.

 

Als nächstes nutzen wir Heißkleber um unser passend bearbeitetes Stück
auf ein abfall Brettchen, an dem mindestens eine Seite gerade sein sollte, zu kleben. Diese Seite nutzen wir um unser Holzstück auszurichten. Nun die Tischkreissäge (oder Bandsäge) so einrichten das wir beide Enden des Brennholzstücks parallel zueinander abschneidenkönnen. In meinem fall einfach mit dem Gehrungsanschlag.

 

Sind beide Enden parallel zueinander Abgeschnitten können wir das Abfallbrettchen dank
Heißkleber wieder entfernen und uns dem Apfelholz widmen das später die Füße unseres
3-Fach Schälchens bilden soll.

Wir messen also unser Holzstück aus und entscheiden uns für die benötigte Größe der beiden
Apfelholzplättchen, in meinem Fall 9x8x1,5cm. Im gleichen Zuge schneiden wir noch
zwei weitere Stücke in gleicher Größe (Dicke egal) zu, die uns zur Befestigung auf der Drechselbank und als Dübelschablone dienen werden. Multiplex Reste sind bestens dafür geeignet.

 

Daraufhin befestigen wir die beiden Multiplexstücke (auf die Nummerierung wegen den Dübellöchern achten!)
an unserem Brennholzstück, ich habe beide erst mit Heißkleber befestigt und dann die Dübellöcher gebohrt, so hält das ganze mit Durchgesteckten Dübeln erstmal auch ohne Leim, nach dem Drechseln kommen ja eh unsere Apfelstücke zum einsatz.

Jetzt die Mitte für unsere erste Vertiefung markieren und schonmal
darüber nachdenken wo die beiden anderen später landen sollen.

 

 

 

Wir benötigen eine ausreichend große Platte um unser exzentrisches Arbeitsstück auf der Drechselbank bearbeiten zu können.

In diesem Fall einfach ein stück Multiplex das auf einem Rest Buche
mit eingeschnittenem M33 Gewinde verschraubt wurde. Das ganze lässt sich natürlich auch mit einer Aufspannplatte oder einem Holzstück im Spannfutter realisieren.

Um das Werkstück auf der Aufspannplatte zu befestigen habe ich einfach Links und
rechts Winkel aufgeschraubt, die passende Position habe ich mit meiner Markierung
und dem Reitstock festgelegt.

Ist alles sicher befestigt wird es Zeit dem ganzen einen Probelauf zu gönnen,
natürlich weit aus der Schusslinie entfernt.

 

Dreht sich unser Werkstück sauber und bleibt da wo wir es haben wollen können wir mit dem Drechseln beginnen. Nun höhlen wir also unsere erste Vertiefung aus bis wir mit Form und Tiefe zufrieden sind.

Dann kurz schleifen (falls nötig) und über den ersten geglückten Schritt freuen.
Brennholz kann schließlich auch im Sommer spaß machen.

 

Nun lösen wir die Winkel von der Aufspannplatte und suchen uns mit Hilfe
des Reitstocks die zweite Markierung. Natürlich wird es ab jetzt unwuchtig, um starken
starken Vibrationen und unrundem Lauf entgegenzuwirken habe ich hier einen Aufspannring an passender Stelle verschraubt.

Die richtige Position dafür zu finden
kann ein paar Versuche benötigen, je genauer wir aber hier Arbeiten desto höhere Drehzahlen sind aber Später möglich. Dann die Maschine bei langsamer Drehzahl einschalten, natürlich wieder außerhalb der Schusslinie, und langsam die Geschwindigkeit bis zum passenden Drechseltempo erhöhen. Ich konnte gut bei 650 Upm arbeiten.

 

Also die zweite Vertiefung drechseln, zum zweiten mal schleifen und danach das zweite mal Umspannen.

Noch einmal Fummeln um die Unwucht so gut es geht
auszugleichen und mit der Dritten Vertiefung beginnen.

 

 

 

Ist auch die Geschafft können wir unser Werkstück von der Aufspannplatte befreien und die
Multiplexbrettchen mit Stechbeitel und Hammer von den Enden lösen.

 

 

 

Wer mag kann nun sein Werkstück beliebig bearbeiten, da ich Eichenholz genutzt habe lag Sumpfkalk für mich sehr nah, ich mag die Farbgebung vom gekälktem Eichenholz.

Während die Eiche trocknet können wir die Apfelstücke mit Dübellöchern versehen, dazu nutzen wir einfach die Multiplexbrettchen von den Enden als Schablone. Bitte die richtige Richtung und Anordnung der Brettchen
beibehalten, die Innenseite der Brettchen zeigt nun in unsere Richtung.

Die kleine Kreppband Fahne am Bohrer gibt die richtige Tiefe vor, schließlich soll man später von den Dübeln nichts mehr sehen.

 

 

Es bietet sich an die Apfelstücke nun zu schleifen, die Innenseite wird später quasi nicht mehr zu erreichen sein. Ich habe erstmal Innen und Außen geschliffen, die Kanten bekommen eine etwas andere Behandlung.

Ist alles geschliffen werden die Dübel eingeleimt und unser Konstrukt zusammengesetzt.

 

 

Ist der Leim getrocknet stellen wir sicherlich fest das unser Meisterwerk auf etwas wackeligen Beinen steht, ein Problem das sich mit der großen Schleifscheibe auf der Drechselbank leicht lösen lässt. Auch alle anderen Außenkanten werden so wieder in die richtige Linie gebracht. Danach noch mit dem Exzenterschleifer für den Feinschliff sorgen und alles den eigenen vorlieben entsprechend Einölen.

 

 

Und fertig ist die Exzentrische Schale für 3 Sorten Gummibärchen, oder in meinem Fall 3 Sorten grobes Meersalz.